Fahrsicherheitstraining 2008

Etwas ungewöhnliches wurde am 15. März 2008 geübt. Ungewöhnlich, weil man eher selten die Gelegenheit hat, solch brenzlige Situationen zu proben. Dennoch wichtig, weil es doch jederzeit passieren kann, dass man auf unseren Straßen in eine Situation kommt, die eben noch Übung war.

Die Feuerwehr Heidberg nahm mit zwei Kameraden an einem Fahrsicherheitstraining auf dem Kasernengelände in Garlstedt teil. Dazu nahmen sie ihr TSF mit, um damit die Situationen durchzuüben und auszuprobieren, die uns vom Trainingsleiter gestellt wurden. Aus diversen anderen Wehren des Kreises waren ebenfalls je zwei Kameraden angerückt, um mit ihrem Fahrzeug am Fahrsicherheitstraining teilzunehmen.


Die Fahrer der Wehren wechselten sich während des Trainings ab, so dass jeder die Gelegenheit hatte, jede Situation mehrfach zu durchfahren. Warmgefahren wurde in einer kurvenreichen Pylonenstrecke mit anschliessendem Slalomparcour. Danach wurde ein enges "Höfchen" für die kleinen TSF und die größeren LF gestellt. Darauf war es dann das Ziel, auf möglichst engen Raum unter Anweisungen des Einweisers zu manövrieren und das Höfchen wieder zu verlassen.
Weiter ging es mit Bremsübungen. Zunächst einmal wurde auf normalem Fahrbahnuntergrund gebremst. Die Fahrbahn wurde mit einer Sprenkelanlage naß gehalten. Die Fahrer erhielten die Anweisung mit zwei verschiedenen Geschwindigkeiten anzufahren. Die Geschwindigkeiten unterschieden sich hierbei meist nur um wenige km/h. Sollte man beim ersten Versuch mit 25km/h anfahren und auf Signal bremsen, war es beim zweiten Versuch eine Geschwindigkeit von 30km/h. Das sollte verdeutlichen, um wieviel Meter sich der Bremsweg schon bei wenig erhöhter Geschwindigkeit verlängert.

Nun wurde das gleiche Manöver auf einer glatteren Fahrbahn durchgeführt. Diese Fahrbahn wurde speziell beschichtet, um darauf erhöhte Glätte zu simulieren. Auch sie wurde mit der Sprenkleranlage naß gehalten. Die Fahrzeuge weisten schon deutlich andere Bremsverhalten auf dem neuen Untergrund auf.
Darauf folgte die Fahrbahn mit "gemischten Verhältnissen". Während die Fahrzeuge mit der rechten Spur auf der normalen Fahrbahn fuhren, fuhr die linke Spur auf der beschichteten Fahrbahn. Diese unterschiedlichen Untergründe sollten für verschiedene Bremsverhalten auf den Rädern sorgen und das Fahrzeug ein wenig zum Ausbrechen zwingen. Hier zeigte sich erstmals deutlich der Unterschied zwischen den ABS unterstützten Fahrzeugen und denen, die noch nicht mit dem Bremssystem ausgestattet sind. Auch hier wurden wieder unterschiedliche Geschwindigkeiten angefahren, um die Veränderungen an Bremsweg und Bremsverhalten bei geringer Geschwindigkeitserhöhung zu demonstrieren.

Zuletzt ging es nicht nur darum, auf der nassen beschichteten Fahrbahn das Fahrzeug zum Stillstand zu bringen, sondern auch noch Hindernissen auszuweichen. Auch hier waren die ABS unterstützten Fahrzeuge im Vorteil. Die übrigen Fahrzeuge mussten durch "Anlupfen" des Bremspedals die Bremse immer wieder kurzzeitig lösen, um das stehende Rad zu lösen und um die Hindernisse zu lenken. Auch hier war es mit nur wenig erhöhter Geschwindigkeit kaum noch möglich, das Fahrzeug sicher um die Hindernisse zu führen. Was mit 38KM/h noch möglich war, erwies sich mit einer Geschwindigkeit von nur 4km/h mehr als unlösbare Aufgabe.

Jeder der Teilnehmer hat an dem Tag sein Fahrzeug besser kennen gelernt. Die eigenen, sowie die Grenzen des Fahrzeuges wurden erkannt, so daß man hoffentlich in gefährlichen Situationen auf die Erfahrungswerte zurückgreifen kann, um sich und seine Mannschaft sicher zum Einsatz und zurück zu bringen.